Tesla China erhält täglich über 1000 Bestellungen für das Model 3

Veröffentlicht von

Die Nachfrage nach dem globalen Bestseller-Modell von Tesla ist auch in China beachtlich hoch. Nach der überstandenen Corona-Krise füllen sich die Auftragsbücher wieder rasant. Gemäss der staatlichen Nachrichtenseite XinhuaNet sollen seit anfangs Monat täglich über 1000 Bestellungen eingehen. Die Produktionskapazität der Giga Shanghai beträgt gemäss Tesla aktuell jedoch “nur” 4000 Fahrzeuge pro Woche.

Die Nachfrage sei gemäss den lokalen Medien in den chinesischen Mega-Metropolen wie Shanghai, Peking oder Shenzhen immer noch am stärksten. In den kleineren Städten in China, welche für unsere Verhältnisse immer noch Riesenstädte sind, ziehe die Nachfrage nach den Teslas merkbar an. Tesla hat nicht in allen von diesen kleineren Städten Stores. Das heisst die Bestellungen von dort kommen vor allem über die Tesla-Internetseite rein.

Das Ende der Corona-Krise und eine Preisreduktion von etwa 4 Prozent auf 291’800 Yuan für das Basismodell dürften der Hauptgrund für die starke Nachfrage sein. Durch die Preisreduktion auf unter 300’000 Yuan qualifiziert sich das Model 3 für die dortige Förderung von ca. 20’000 Yuan, was ungefähr 2’600 Franken entspricht. Der Kaufpreis für das in der Giga Shanghai gefertigte Tesla Model 3 Standard Plus liegt nach Abzug der Förderung bei rund 38’000 Franken.

Elon Musk und der Tesla-Finanzchef Zach Kirkhorn hatten diese Preisreduktion bereits am 29. April in der Telefonkonferenz für Analysten angekündigt. Am Tag darauf verbreitete Tesla China auf ihrem Weibo-Account die frohe Botschaft. Man werde den Preis unter 300’000 Yuan senken, damit sich das Basismodell wieder für die Subventionen qualifiziert. Der neue Preis würde am nächsten Tag auf der Tesla-Internetseite bekanntgegeben. In einer weiteren Mitteilung auf Weibo betont Tesla, dass die Preisreduktion nur für das Basismodell gilt.

Tesla hat im ersten Quartal eine Bruttomarge von 25,5 Prozent erzielt. Wenn man die Einnahmen aus dem Verkauf von Emissionszertifikaten abzieht, beträgt die Bruttomarge noch 20 Prozent. Die hochmargigen Einnahmen aus dem Verkauf der Emissionszertifikaten fliessen mehr oder weniger direkt zum Gewinn, haben jedoch wenig mit der aktuellen Geschäftsentwicklung zu tun. Trotzdem, 20 Prozent Bruttomarge ist ein stolzer Wert in der Automobilindustrie. Gemäss Zach Kirkorn – dem Tesla Finanzchef – hat auch die Giga Shanghai dazu beigetragen. Die Produktion eines Model 3 sei in Shanghai bereits jetzt günstiger als in Fremont, Kalifornien. Dies obwohl noch viele Teile aus den USA nach Shanghai geliefert werden. Bis Ende Jahr will man sukzessive auf chinesische Lieferanten wechseln, was die Produktionskosten weiter reduzieren werde.

China hatte einer der höchsten Subventionen für Elektroautos. Im Laufe der Zeit wurden diese jedoch schrittweise reduziert. Durch die hohen Subventionen sprossen hunderte chinesische Elektroauto-Startups aus dem Boden. Mit der stufenweise Reduktion der Elektroauto-Förderungen will die chinesische Regierung nun die Spreu vom Weizen trennen.

Auch andere chinesische Autohersteller berichten über eine markant steigende Nachfrage. SAIC Motor, einer der führenden Autokonzerne in China berichtet, dass die Nachfrage gegenüber dem Vorjahr um 85 Prozent gestiegen ist. Diese Zahlen aus China dürften die westliche Autokonzerne zuversichtlich stimmen.